Dienstag, Juli 11, 2006

Das Ziel erreicht, "Der E-Gipfel"


Hallo Freunde, hier bin ich jetzt mal selber, live, aus dem Base Camp!

Als Erstens möchte ich meinem Sekretär, Marco Decurtins, merci sagen der mir immer meine zusammengefasste Berichte veröffentlichte!

Zuerst die Top-News: es hat sich gelohnt, das viele Spuren, Material transport, Camps einrichten, Fixseile montieren...........

Gestern Morgen um 7.00 (china Zeit) konnte drei unseres Teams den E-Gipfel des Gasherbrum II erklimmen, Ueli, Hans und Cedrik!

Jetzt mal die ganze Story:
Am letzten Montag hat alles Angefangen......
nach 4 Tagen Pause, sind wir Richtung ABC, 4 1/2 Std in das vorgeschobene Basis Lager. Das Wetter versprach uns auf ende Woche gut und wenig Wind.

Am nächsten Morgen überraschte uns ein kleiner Satz Schnee, starteten jedoch um 5.00 in das 1000m höhergelegene Camp1, erreichten dies in sonnigem Wetter am Mittag und somit hatten wir den ganzen Tag Zeit zu relaxen und Wasser kochen.

Der Mittwoch 5. Juli,
Start um 4.30 im Camp1 auf 5800m höhe, Wetter war windstill aber leichter Schneefall.
Die Route führt über ein Gletscherplateau zum Wandfuss hier ca. 600m, über steiles Gelände, Gratabschnitte, Glettscher, Couloir und Mixgelände (Fels und Eis) von 40-65 Grad steilheit, das meiste mit Fixseilen in harter Arbeit eingerrichtet.
Jeder im Rucksack sein persönliches Material wie Schlafsack, Matte, Daunenkleider etc. und für zu zweit Kocher, Essen.......(ca. 14-18 kg.)

Nach Ender der Fixseile dann die böse Ueberraschung, viel Schnee lag in den einzelnen Pasagen oberhalb 6000m, so das viel zu Spuren war.
Bis zu einer Höhe auf 6500m war es fertig....nach einem "Wummgeräusch", (Zeichen einer erhöhten Lawinengefahr), beschlossen wir ein zwischen Lager zu machen.
Da waren wir also 6 Freunde am Berg: Steph, Ueli, Hans, Michi, Cedi, und ich, zwei 2er Zelte, 1Kocher und viel, viel Schnee....
Um alle in Schutz zu Uebernachten war es notwendig noch ein Schneeloch zu graben, welches Michi und ich "die Ehre" hatten zu benutzen....

Die Nacht auf 6450m hat mir nicht gerade gut gelegen so das ich Morgens froh war aus dem "Loch" in die warme sonne zu gehen.

Schon am Morgen war klar das sich die Lawinensituation nicht verbessert hat, 40cm Schnee-Hänge über 40 Grad.
So begann eine klare und interessante Diskusionsrunde, mal gesagt unter "Profis", die verschiedene Meinungen enthalten....
Gegen Mittag war klar, nach Einigung, das wir ins Camp1 absteigen, weil es doch zu heikel errschien.

Im Abstieg dann zu meinem Erlebnis mit der Lawine.....
kurz vor Camp1, auf ca.6000, war auf einem Grat, befasste mich gerade beim Einhängen des Fixseil, löste sich 400m oberhalb eine spontane Lawine, rauschte mit geballter Ladung auf mich zu und trennte sich 10-15m vor mir in zwei. Ein Teil über die 2000m hohe Wand des G II, die andere hinten durch, über die Aufstiegsspur zum Gletscher.......

Angekommen im Camp1, war bald klar das es die nächsten Tage nichts bringt hier zu bleiben, gingen wir runter ins ABC.

Der Tag darauf im ABC mussten wir uns Entscheiden auf einen neuen Angriff wann und wie.......

Dieser Tag war einer der Längsten dieser Expetition: Was nun, wie weiter und, und, und.......
Ich Entschied mich am folgenden Tag nicht mehr hoch zu Steigen, da mir die ganze Sache mit dem Schnee nicht mehr gefiel und das Abenteuer mit der Lawine war immer noch in den Knochen. Meine Meinung Teilte sich Siegrist, Michi und der spanier Lolo der 20 Jahre Erfahrung im Höhenbergsteigen hat.

So starteten die drei: Ueli, Hans und Cedrik am darauffolgenden Tag in Camp1......

Diese Entscheidung habe ich bis Gestern X Male hinterfragt, war es Richtig oder Falsch. Heute muss ich gestehen zum Glück sind die anderen gestartet und haben Riskiert, haben mit Erfolg die Route Erstbegangen und sind im Moment ins ABC unterwegs so das die Gefahr vorbei ist und man sagen kann: Team CH, SP, D und GB hat eine neue Route im Karakorum eröffnet!

Ich frage mich aber auch - vieviel mal im Leben Glück haben kann, vieviel man es Herausfordern kann und vieviel es einem Bedeutet..........


Jetzt zur allgemeinen Lage:
In zwei Tagen sollten unsere 30 Kamele kommen die uns Talauswärts schaffen, mittlerweile ist das Wasser anbgestiegen so das keine Flucht möglich ist - für mich sowieso nicht "als Wasser Begeisteter".

Geniessen also das BC Leben auf 4400m, Tagsüber in Tropischen Temperaturen bis (23C).

Die Gedanken an ein Hirschfilet, kühles Bier und ............



Liebe Grüsse nach Hause,

ciao Jan





Gasherbrum II Expedition

3 Comments:

Anonymous Anonym said...

Ich hä dine Bricht mit Spannig und vil Inträsse gläsu!Das mit dum Glick, wievil Mal mu Aspruch druf kah hä, der Gidanku hän ich öi scho en Hüfu mal gidejcht! Da chann ich dier nafühlu, und ich bi froh, dass dü s'Glick numal hesch derfu biaspruchu!Chumet güet heim!
Grüess va alle
Brigitte

13:46  
Anonymous Anonym said...

Hallo Jan, es gibt Momente im Leben, da tun die richtigen Entscheide weh und werden zigfach hinterfragt.

Mit der nötigen Distanz betrachtet weiss man dann jedoch schnell, dass es das einzig Richtige war.

Take care, watch you balls und bis bald
z' Bourbon Werni

09:04  
Anonymous Anonym said...

Hallo Wickty

Gratulation ans ganze Team !!!
Nicht über verpasste Chancen trauern über das Erreichte Freuen !!
Chum güet heim und ubers Hirschfilet cha mu no redu...:-)

Grüess us dum Wallis
Angela und Odilo

09:34  

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